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"Der Trainer steht ständig unter Erfolgsdruck"
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Anstoss "Der Trainer steht ständig unter Erfolgsdruck"

Es war eine turbulente Woche bei 96. Neuer Manager, alter Trainer. Martin Bader ist weg nach dem 0:2 in Karlsruhe, Horst Heldt der Nachfolger als neuer starker Mann im Management. „Das Spiel hat alles gesagt und die Konsequenzen sind gezogen worden“, urteilte 96-Ikone Dieter Schatzschneider beim NP-Anstoß am Donnerstagabend, „der Schritt war logisch, konsequent – und meiner Meinung nach überfällig.“

Expertenrunde (von links): 96-Ikone Dieter Schatzschneider, TSV-Havelse-Coach Alexander Kiene, NP-Moderator Christoph Dannowski, Ex-Schalke-Trainer Andre Breitenreiter und NP-Sportreporter Dirk Tietenberg.

Hannover. Heldt übernimmt, Schnatzschneider gefällt’s: „Wir brauchten einen Manager, der aus dem Fußball kommt, der alles erlebt hat von Bundesliga bis Champions League. Ich hoffe, dass er das wieder hinbekommt.“
Heldts erste Amtshandlung: Er hält erstmal an Trainer Daniel Stendel fest. Eine Superleistung ist gefordert gegen 1860 München. Wenn das nicht klappt, wird’s eng.

Foto: Petrow

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Einer, der als Nachfolger gehandelt wird, ist André Breitenreiter. Und auch der war Gast beim Anstoß. Er kennt den Druck als Cheftrainer, zuletzt war er bei Schalke 04. „Wir bewegen uns im Bundesliga-Bereich, da ist es klar, dass der Trainer ständig unter Erfolgsdruck steht“, betonte Breitenreiter.

Und er kann nachvollziehen, warum Stendel so oft seine Startelf wechselt: „Natürlich ist es wichtig, Konstanz auf dem Platz zu haben. Aber bei 96 sind 16 bis 18 Spieler, die den Anspruch haben, in der Startelf zu stehen. Ich kann das schon verstehen, wenn er mal nach Trainingsleistung aufstellt.“

In Stellung für 96 will Breitenreiter sich jedenfalls (noch) nicht bringen! „Es ist doch klar, ich bin Hannoveraner, ich bin hier groß geworden bei 96. Aber ich glaube, es wäre total unhöflich und respektlos, gerade in dieser aufregenden Woche über dieses Thema zu reden“, unterstrich er: „Es geht um Hannover 96 und um nichts anderes.“ Klar sei: „Die Mannschaft hat die absolute Qualität, direkt aufzusteigen.“

Der Erfolgs-Trainer arbeitete mit 96-Manager Heldt schon bei Schalke zusammen. Kurz nachdem das Heldt-Aus feststand, war auch sein Ende dort besiegelt. Probleme mit dem neuen 96-Manager? Gibt’s nicht! „Selbstverständlich“ könnte er sich eine neue Zusammenarbeit vorstellen, „wir hatten ja eine erfolgreiche Zeit zusammen.“ Er hält große Stücke auf Heldt: „Er hat in Stuttgart und bei Schalke dafür gesorgt, dass die Vereine nachhaltig Erfolg haben konnten.“

Seine Traineranfänge machte Breitenreiter beim TSV Havelse. Aktueller Trainer dort: Alexander Kiene. Und auch der lobte gestern die Verpflichtung von Heldt. Morgen sei aber erst einmal die Mannschaft gefordert, „dass sie Leistung bringt, dass sie dieses Spiel unbedingt gewinnen will“.

Könnte schiefgehen, weiß NP-Experte Dirk Tietenberg. „Ich hatte in Karlsruhe nicht den Eindruck, dass die Mannschaft verstanden hatte: Was soll das hier, wo führt das hin?“. Klar sei allerdings auch: „Die Mannschaft spielt nicht gegen den Trainer. Aber spielt sie für ihn? Da fehlen die letzten Prozente.“

Jonas Szemkus

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