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Nordkurve Hier geht es um die 96-Zukunft

Der Schock saß tief. Dieses blöde Gegentor in der Nachspielzeit in Aue. Nur 2:2. Ein Rückschlag für 96 im Aufstiegskampf. „Da ist der Meister sogar ein bisschen aggressiv geworden“, sagte Dieter Schatzschneider und ermöglichte beim NP-Expertentalk in der Nordkurve am Donnerstag Einblicke ins Seelenleben des 96-Bosses Martin Kind.

Die NP-Expertenrunde: Dieter Schatzschneider, Horst Heldt, Christoph Dannowski, Düsseldorfs Sportvorstand Erich Rutemöller und Andreas Willeke.

Quelle: Sielski

Hannover. „Natürlich waren wir in der Sekunde, als das Tor fiel, alle geschockt“, gab auch 96-Manager Horst Heldt in der Nordkurve beim 94. NP-Anstoß zu. Für ihn war es der Premieren-Besuch. Genauso wie für Erich Rutemöller. Seinen Entdecker. Rutemöller hatte Heldt Ende der Achtziger als Cheftrainer zum 1. FC Köln geholt. Am Donnerstag kreuzten sich wieder ihre Wege.

Foto: Sielski

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„Horst, ich stelle fest: An dir ist ein guter Trainer verloren gegangen, so wie du hier die Lage analysierst“, witzelte Rutemöller in Richtung Heldt. Der musste in Aue tatsächlich als Seelenklempner ran, um die Spieler wieder aufzubauen. „Die durften nicht in ein Loch fallen und Trübsal blasen, sondern den Kopf oben tragen“, erklärte Heldt seine moralische Unterstützung.

Die braucht es, denn 96 steht durch den Verlust der beiden Zähler vorm Heimspiel am Sonntag gegen Fortuna Düsseldorf unter Siegdruck.

Doch Heldt mahnt vor der vermeintlich leichten Aufgabe: „Kein Spieler springt zur Seite und lässt Hannover 96 einfach durchlaufen.“ Aber, schiebt er nach: „Ich will gegen Düsseldorf gewinnen, und wenn wir dabei einen Grottenkick zusammen spielen.“

Auch Schatzschneider, der am Mittwoch seinen 59. Geburtstag feierte, wünscht sich Punkte. Und, dass 96-Stürmer Martin Harnik nicht mehr rechts spielen muss. „Der Junge gehört ins Zentrum!“

Fortuna-Vorstandsmitglied Rutemöller hatte zu Harnik gleich eine Anekdote parat. Vor Jahren hatte er er gemeinsam mit Lothar Matthäus das Training bei Werder Bremen besucht – und den jungen Österreicher beobachtet. „Mach' den Harnik zum Deutschen“, hatte ihm sein Spezi Frank Ordenewitz damals aufgetragen. „Hat leider nicht geklappt.“, seufzte Rutemöller und schlug so selber die Brücke zur Geschichte, die ihn für immer in Fußball-Deutschland berühmt gemacht hat. Das fatale „Macht et, Otze!“ lässt ihn bis heute nicht los. Sein FC-Spieler Ordenewitz sollte sich damals mit Absicht eine rote Karte im Pokalhalbfinale abholen, um in der Liga gesperrt zu werden, dafür im Finale wieder spielen zu können. Der Plan ging nach hinten los. „Mein Fehler war: Ich hätte es hinterher einfach nicht zugeben dürfen“, gestand Rutemöller.

Ganz ehrliche Worte fand Heldt zur 96-Zukunft. Der Manager bastelt schon am Kader der neuen Saison. Unabhängig von der Liga „wird die Mannschaft ein anderes Gesicht haben“, sagte er. Und das heiße Spieler-Gerücht Dennis Aogo? „Ein Name, mit dem wir uns beschäftigen“, gab Heldt zu, „aber es gibt keine Gespräche.“ Dafür habe er schon zur Verunsicherung des Gegners „fünf Spieler von Fortuna Düsseldorf angeschrieben und mein Interesse hinterlegt“, scherzte er mit Blick aufs Spiel am Sonntag. Sein offensiver Tipp: 3:0!

Simon Lange

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